Walk a mile in my shoes: Barrierefreiheit neu denken

Walk a mile in my shoes/Samuel Kuro

Was bedeutet digitale Barrierefreiheit im Alltag wirklich? Für viele Softwareentwickler:innen bleibt diese Frage abstrakt. Menschen mit Behinderungen hingegen erleben digitale Barrieren täglich – beim Arbeiten, Kommunizieren oder bei der Nutzung digitaler Services. Das Projekt „Walk a mile in my shoes“ bringt diese beiden Perspektiven zusammen. In strukturierten Begegnungsformaten begleiten sich Softwareentwickler:innen und Menschen mit Behinderungen gegenseitig im Alltag und gewinnen so neue Einblicke in die digitale Lebensrealität des jeweils anderen. Aus diesen Erfahrungen entsteht ein Toolkit, das Barrierefreiheit neu denkt und erlebbar macht.

Ausgangssituation

Digitale Barrierefreiheit wird in der Softwareentwicklung häufig als rechtliche Checkliste betrachtet. Zwar gibt es gesetzliche Vorgaben und technische Standards, doch ohne persönlichen Bezug bleiben viele Barrieren unsichtbar. Entwickler:innen fehlt oft der direkte Kontakt zu Menschen, die täglich mit digitalen Ausschlüssen konfrontiert sind. Dadurch werden die Auswirkungen scheinbar kleiner Design- oder Code-Entscheidungen auf Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität häufig unterschätzt.

Ziele

Im Zentrum des Projekts stehen strukturierte Begegnungsformate, in denen Softwareentwickler:innen und Selbstvertretende von Menschen mit Behinderungen voneinander lernen. Der Perspektivenwechsel soll Verständnis, Empathie und gemeinsames Lernen auf Augenhöhe fördern. Ziel ist es, einen nachhaltigen Haltungswandel in der Softwareentwicklung anzustoßen und Barrierefreiheit nicht nur umzusetzen, sondern bewusst zu erleben und zu verstehen.

Geplante Ergebnisse

Die Erfahrungen aus den Begegnungsformaten, Reflexionsphasen und Co-Design-Workshops bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Open-Source-Toolkits. Dieses verbindet technische Standards der Barrierefreiheit mit erfahrungsbasiertem Lernen und integriert die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen direkt in den Entwicklungsprozess. Das Toolkit soll in Hochschulen, Programmierkursen und Unternehmen eingesetzt werden und langfristig eine inklusive und verantwortungsvolle digitale Innovationskultur fördern.

Projektpartner:innen

  • Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten
  • Hacker School Austria
  • UKredo
  • Independo GmbH

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